Die gute Butter

Zugegeben: Für ein paar wenige Wochen stand die neue Brioche-Backform ein bisschen bedrohlich in meiner Küche. Als „tollstes Geburtstagsgeschenk ever“ angekündigt, hatte K. damit einerseits schon einen Treffer gelandet. Ich hatte so eine Form noch nicht, ich liebe Brioche und mit Hefeteig komme ich ja inzwischen auch klar. Einerseits. Andererseits hatte ich bisher nur einmal versucht, selbst Brioche zu backen und dabei ein eher jämmerliches Ergebnis erzielt.

Also bin ich einige Zeit um die Teile – es sind immerhin eine große und zwei kleine Formen –  herumgeschlichen und habe mich herausgeredet. „Müsste man halt morgens machen zum Frühstück – keine Zeit.“ Oder „Hefeteig braucht ja Geduld – keine Zeit.“ Oder „Hab ja auch gar kein Rezept für Brioche.“ So in etwa.

Dann erst ist mir beim Spülen der Aufkleber in den Blick gefallen:

Ha! Vermutlich ahnt K. gar nicht, dass sie damit ja noch einen Treffer gelandet hat! In Paris habe ich mir vor ein paar Jahren eine Soutierpfanne von De Buyer gekauft, die ich sehr liebe. Und jetzt Backformen? Da kam endlich der Mut zum Angriff.

Das ganze Projekt stand bis zum Ende auf wackeligen Füßen, denn im Haus waren nur wenige Eier, ein Päckchen Trockenhefe, an dessen Triebkraft ich nicht mehr recht glauben wollte, und die Frage mit dem Rezept war auch ungeklärt. Irgendwo hatte ich gelesen, dass sich Briocheteig durch einen hohen Butteranteil auszeichnet. Leuchtete mir ein, nachdem ich ja das eine oder andere gegessen habe. Dann fand ich wieder Aussagen von Leuten, die beschrieben, dass der Teig nicht aufgegangen sei, weil zu viel Butter drin war. Mmh.

Viele der im Netz gezeigten, angeblich so hervorragenden oder gar besten Brioches sehen nach meinem Empfinden schon auf den Bildern nach großer Trockenheit und viel Speichel beim Kauen aus. Mein sonst für alle Teige zu Rate gezogenes Standardwerk sprach dann auch wieder vom hohen Butteranteil – liefert aber kein Rezept.

Endlich habe ich mich für dieses hier entschieden, weil es unter anderem sehr interessante, handwerklich hilfreiche Hinweise via Fotos liefert. Und es basiert auf viel Butter.

 

Der Vergleich mit der Original-Site zeigt, dass bei mir noch Luft nach oben ist, vor allem was die Form angeht. Diesen Noppen oben drauf, den habe ich einfach nicht hinbekommen.

Aber in Sachen Elastizität und Luftigkeit des Teiges bin ich mehr als zufrieden. Ich habe mich nicht hundertprozentig an die Angaben gehalten, habe die mir fehlende Menge Ei durch Milch ersetzt, und die Butter sicherheitshalber mittels meiner Reibe zu Flöckchen gehobelt. Auch die Gehzeiten habe ich verändert und klassisch eine Stunde warm gehen lassen, dann die befüllten Formen noch einmal für eine halbe Stunde ins Warme gestellt. (Auf den Balkon, bei diesen Temperaturen.)

 

 

Am Ende sind mir die drei Freunde allen Zweifeln zum Trotz geradezu aus den Formen entgegengeflutscht. K., De Buyer und Cook, eat & move fast! sei Dank habe ich mich wieder einen Schritt nach vorn gewagt!

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Ein Gedanke zu “Die gute Butter

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