Der Einfachheit halber

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Die einfachen Sachen sind ja oft die Besten, heißt es immer. Und für den Kuchenesser mag das auch stimmen. Für mich als Kuchenbäcker dagegen sind die einfachen Sachen oft auch die langweiligsten. Ich gebe zu: Dieser Aprikosen-Crumble schmeckt wirklich hervorragend. Aber irgendwie frustriert es mich, dass ein Kuchen, der sogar aus noch weniger Zutaten besteht, wie jüngst der mallorquinischer Mandelkuchen, praktisch auch der ist, für den ich immer und immer wieder am meisten Lob bekomme. Da arbeitet man sich an luftigen Teigen ab, experimentiert mit Buttercrème und Spritztechnik – und dann jubeln alle über Aprikosen mit Streuseln. Weiterlesen

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Happy Desaster

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Was für eine Niederlage. Und was für ein Segen für alle.  Überhäufen werden sie mich mit Dank und Erleichterung. Wut, Ärger und Enttäuschung wird das aber nur bedingt lindern.

Ich will vorausschicken, dass ein gewisser Hang zur Sturheit durchaus angelegt ist in meiner Familie. Wenn wir uns etwas in den Kopf gesetzt haben, dann wollen wir es durchziehen. Und ich hatte mir nun mal in den Kopf gesetzt, mir meine Geburtstagstorte zu backen. Seit Wochen habe ich generalstabsmäßig daran gearbeitet. Alles hatte ich im Griff. Nur nicht das Wetter.

Dazu muss man auch wissen, dass es für mich schon als Kind nichts Tolleres gab, als mir zum Geburtstag eine Crèmetorte zu wünschen. Meine Mutter und Lehrmeisterin in Sachen Backen erfüllte mir diesen Wunsch – zähneknirschend und nicht ohne es mit sinnvollen Argumenten zu versuchen: Schokoladentorte schön und gut, aber es sei doch Juli und Sommer und überhaupt, vielleicht doch lieber was mit Obst…? Der Kompromiss sah meist so aus, dass am Ende beides auf dem Tisch stand, Obstkuchen für alle und Schokotorte für die Hardcore-Schleckermäulchen. Also mich. Weiterlesen

Rosebud

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So Leute, ich hab da mal ein bisschen geübt – diesmal aber wirklich und die zu sehenden Objekte sind auch tatsächlich mein Werk. Unschwer zu erkennen an der mangelhaften handwerklichen wie geometrischen Ausführung. Aaaber: Stolz bin ich trotzdem. Besonders die minimal andere Rosentechnik, die ich in diesem Cupcake-Dekokurs gelernt habe, war es schon wert, vier Stunden dieses herrlichen Sonntags in der Frankfurter Genussakademie zu verbringen. Angemeldet hatte ich mich da noch zu einem Zeitpunkt, zu dem es so aussah, als ob ich K.s Hochzeitstorte backen würde. Aber auch ohne offiziellen Tortenauftrag gab es hier viele kleine, feine und extrem hilfreiche Tipps. Lernen vom Profi – das hilft.

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Zunächst mal habe ich die definitive Bestätigung, dass man dieses Plastikbesteck zum Modellieren nicht wirklich braucht. Messer, Lineal, dünner Pinsel und Zahnstocher („Best Werkzeug uberhaupt“, hat die entzückende kanadische Kursleiterin Ewa Feix gesagt.), das war alles. Gut, vielleicht werden andere Geräte irgendwann für aufwendigere Designs doch noch notwendig. Aber für den Anfang tut es das Einfache. Zum Zahnstocher hatte ich bei meinen ersten Anfängen ja auch schon intuitiv gegriffen. Und mein gutes Fischmesser wird also weiter in Gebrauch bleiben. Weiterlesen

Note to myself

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1. Mit einem handelsüblichen Fön läßt sich die Fließeigenschaft von Kuvertüre durchaus beeinflussen. Für die Buttercreme unter dem Fondant ist die Behandlung hingegen nicht optimal.

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2. Arbeite an Geduld und Stäbchenprobe. Eines Tages solltest du wieder Gebäck herstellen, das wirklich bis in den Kern durchgegart ist.

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3. Die Ikea-Backformenserie Drömmar mag eine Enttäuschung sein. Die Drehplatte Snudda hingegen ist nicht nur zum Servieren geeignet, sondern vor allem eine wunderbare Unterlage, um Törtchen einzustreichen und zu überziehen. Okay, mit einer richtigen Torte könnte es noch toller werden. Kleine Törtchen sind nämlich eigentlich zu leicht und verhalten sich bei schwungvollem Drehen schnell wie Betrunkene auf dem Teufelsrad.

Fondants Tod

War’s das dann schon? Gerade erst begonnen mit Üben und Bloggen kam heute Morgen die traurige Nachricht: Das Projekt Torte muss gestoppt werden. Warum? Wird die Hochzeit abgesagt? Oder werden die Brautleute von einem Konditor erpresst? Weder noch. Es ist vielmehr so, dass die Betreiber der Location keine Amateur-Torten zulassen. Sie wollen nicht, dass ich der ganzen Gesellschaft Salmonellen einbacke. Komisch, dabei hab ich noch nie ein Rezept mit Salmonellen gesehen. Weiß gar nicht, wo ich die überhaupt bekommen hätte. Bei Amazon?

SchokoundTarte

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Modellbau

„Hattest du Geburtstag? – Oder übste mit Fondant?“

Da hat die Kollegin schnell geschaltet als ich die zweite Probetorte in die Kaffeeküche getragen habe. Und gleich entspann sich ein kennerhafter Dialog über Unebenheiten, Risse, die Dicke von Fondant und kleine Mistblagen (Nicht meine Worte…), die die teure Geburtstagstorte vom Konditor nicht anrühren, weil das Zuckerzeug oben drauf sie so anwidert. „Statt dass sie es abmachen!“

Biskuit_fertigMeine Kollegen haben es abgemacht, vermute ich zumindest. Wahrscheinlich haben sie Teile des rosa Schweinchenüberzugs (Ich wollte die Reste vom ersten Mal nicht wegwerfen und beim Zusammenkneten kam dieser apart abstoßende Ton raus.) erst zurück am Schreibtisch in den Müll befördert. Auf der fast schon geleerten Kuchenplatte habe ich jedenfalls erst spät einige abgekratzte, eingetrocknete Fondant-Blätter gefunden. Meinen ersten Versuch einer Rose habe ich dann gleich selbst entfernt. Weiterlesen

Wie es beginnt

Seit drei Wochen essen wir Torte. Mit Fondant eingedeckte Torte. Keiner mag Fondant. Aber darauf kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen. Ich muss üben.

Bei einem Feierabendgetränk wurde ich gefragt, ob ich eine Hochzeitstorte backen würde. Also eigentlich wurde ich nicht gefragt. Es war mehr so ein Erzählen, dass man überlegt habe, mich aber auch gar nicht fragen wolle, weil das sei ja auch viel zu viel verlangt und trotzdem wäre es irgendwie ganz schön, weil man wolle ja gar keine klassische Hochzeitstorte vom Konditor, die möge man ja auch gar nicht, aber in der „Lecker Bakery“, da sei so eine, die könne man vielleicht nachbachen, also nicht man, sondern irgendwer…

Ich war geehrt. Und panisch.

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