Urlaub am Ofen

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Es hat eine Weile gedauert, bis ich es kapiert habe: Urlaub zuhause heißt nicht nur viel Zeit, um backen zu können. Urlaub zuhause heißt auch, endlich mal das backen zu können, wofür sonst nie Zeit ist. Bis ich’s verstanden hatte, war allerdings schon wieder so viel Zeit vom Urlaub abgelaufen, dass die Liste nur geringfügig kleiner geworden ist. Aber produktiv waren sie, diese rund zehn Tage.

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Elastisch fantastisch

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„Gibst du mir mal das Rezept für diesen Schoko-Zucchini-Kuchen? Im Garten wuchern wieder die Zucchini und auf die Weise könnte ich vielleicht sogar die Tochter dazu bekommen …“, sagt J. Ob es sich dabei wieder um die kürbisgeformte Sorte aus dem vergangenen Jahr handelt? Ich habe ihr natürlich den Link gegeben – und musste dann  sofort dringend selbst Zucchinikuchen backen. Obwohl ich keinen Garten voll damit habe. Weiterlesen

Die Schwemme der Schwämme

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Nach der Quarkschwemme folgte die Apfelschwemme. Plötzlich waren sie im Haus, Äpfel über Äpfel. Ich habe sie nicht komplett abgewogen, kann aber sagen, dass ich bis jetzt etwa 4 Kilo davon verarbeitet habe. Und es macht nicht den Eindruck, als wäre schon irgendwas weggekommen davon.

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Um der Sache Herr zu werden und weil auch noch vom Quark was da war, habe ich mal mit einem etwas improvisierten Apfel-Quarkbrot angefangen. Das Quarkbrot hatte ich zuvor schon mal ausprobiert, wo das Rezept herstammt, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr.

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Aber im Grunde galt es, 500 Gramm Mehl und eine Packung Magerquark zusammenzurühren. In das erste Teil hatte ich noch ein paar Gewürze reingemischt, hauptsächlich Thymian. Nummer zwei habe ich dann wie gesagt versucht, mit geriebenen Äpfeln aufzupeppen. Das ist optisch gut gelungen. Geschmacklich nur so semi.

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Irgendwie war es nicht süß und apfelig genug. Ärgerlich, angesichts der Tatsache, dass ja noch genug Äpfel rumstehen. Nachdem etwa die Hälfte aufgebraucht war, habe ich beschlossen, den Rest einzufrieren und für eines meiner beliebten Auflauf-Desserts zu verwenden. Als Basis eines solchen Ofenpuddings erscheint es mir ganz brauchbar.

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In der Folge wurden dann hergestellt: Der altbewährte Apfelkuchen mit Ricotta.

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An dem war wenig zu meckern.

Als nächstes entstanden zwei Gläser Apfelmus, die ich auf Wunsch des Mannes gekocht habe.

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Es folgte die schliche Entsaftung eines weiteren Kilos und schließlich ein Waldviertler Apfel-Mohnkuchen aus dem Zauner’schen Backbuch.

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Allerdings muss gestanden werden: Die verwendeten Äpfel dafür stammen aus dem Supermarkt, nicht aus der Schale, die im Wohnzimmer steht. Nach Kuchen, Mus, Saft und dem Verzehr einiger Äpfel im puren Zustand, haben der Mann und ich uns vorsichtig gestanden, dass diese Äpfel eher nicht der Knaller sind. Wir wissen ja gar nicht, welche Sorte uns da eigentlich ins Haus gekommen ist. Aber fest steht: Sie hat eine irgendwie gummiartige Konsistenz. Schwammig. Elastisch, um es freundlicher zu sagen.

Im Apfelbrot und in geriebenem Zustand fiel das nicht weiter auf. Im Rührkuchen konnte man es irgendwie noch ignorieren. Beim Mus einkochen wurde es dann aber schon seltsam, weil die wirklich klein geschnittenen Apfelstücke so gar nicht von selbst verkochen und zerfallen wollten. Am Ende mussten der Mixstab und viel Muskelkraft helfen. (Der Saft schließlich war einfach nur viel zu süß.)

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Inzwischen hatte ich aber doch beschlossen, als nächstes diesen Mohnkuchen mit Apfel backen zu wollen. Drei, vier Äpfel der Sorte Elster aus dem nahen Einzelhandel – und die Sache war erledigt.

Die restlichen Elasto-Äpfel verströmen jetzt immerhin noch ganz angenehmen Raumduft im Wohnzimmer. Dafür braucht es keine besondere Konsistenz. Nur Kompetenz.

Käsehaut

Cheesecake

© Alexander Schulte

Wenn dir aus Gründen plötzlich drei, vier Pfund Magerquark ins Haus kommen und du mit dem ersten mal einen Käsekuchen backst; wenn dann plötzlich L. vor dir steht und dich umarmt, weil sie sich schon ihr Leben lang genau so einen Käsekuchen gewünscht hat; wenn L. dir dann auch noch ihre Gänsehaut auf Armen und Beinen zeigt, die sie allein beim Gedanken an diesen Kuchen bekommt… Weiterlesen

Werbung (nicht)

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Aus Gründen musste ich mich in jüngster Zeit häufig mit dem Thema Influencer Marketing befassen. Und mit der aktuellen Debatte um die Kennzeichnungspflicht. Jetzt frage ich mich: Ist es eigentlich auch Werbung, wenn ich sage: „Sweet“ von Yotam Ottolenghi und Helen Goh ist ein geiles Buch? Müsste ich diesen Blogbeitrag als Werbung deklarieren, auch wenn ich das Buch selbst gekauft, selbst bezahlt und alle bisher ausprobierten Rezepte selbst gebacken habe? Vielleicht schon.

Aber ich bin ja gar kein Influencer!

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Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

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Gut möglich, dass ich hier ein neues Medikament im Gefrierfach habe! Nachdem dieses Joghurt-Zitroneneis mit Wacholderbeeren aus Ottolenghis „Sweet“ fertig war, habe ich mal nachrecherchiert, was Wacholder eigentlich so kann. Sonst mache ich ihn immer nur in meine Wildragouts. Aber der Wacholder hat ja so viele lindernde Eigenschaften – ich frage mich, warum ich den nicht gleich morgens ins Müsli schmeiße!? Weiterlesen

Ei Ei Ei

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Nach dem Schock über meine einstürzende Windbeutelpyramide war der Plan, den Tag darauf einfach mal Sonntag sein zu lassen, nichts zu backen und nur in der Sonne zu liegen. Weil mir aber nur in der Sonne liegen viel zu langweilig ist, habe ich mir als Lektüre das zum Geburtstag gewünschte „Große k. und k. Mehlspeisenbuch“ der legendären Bad Ischler Zuckerbäckerei Zauner mit auf den Balkon genommen. Und dann lag ich bald schon nicht mehr auf dem Balkon.  Weiterlesen

Jeden Tag eine gute Ta(r)t(e) – oder zwei

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Um ehrlich zu sein: Ich bin nicht gerade bekannt dafür, beim Kochen und Backen besonders viel Rücksicht auf andere zu nehmen. Gut, dem Mann mache ich weder Fenchel noch Risotto, weil er da keinen gesteigerten Wert drauf legt. Und eine von ihm ebenfalls verabscheute Sülze herzustellen, käme mir selbst nicht in den Sinn. Aber sonst? Mach ich, was ich will. Mit Ausnahmen. Weiterlesen