Raus aus der Sackgasse

Angenommen, man bucht einen Plätzchen-Backkurs, weil man denkt, dort könnte einem vielleicht wieder mehr Lust auf das Produkt gemacht werden, das einen jüngst so zur Weißglut gebracht hat; angenommen, man wähnt den angegebenen Ort mangels Unaufmerksamkeit für etwa ein Viertelstündchen von der Heimat entfernt; angenommen, man findet am Tag vor dem Termin heraus, dass es sich um einen gleichnamigen Ort rund 80 Kilometer entfernt handelt; weiter angenommen, man startet trotzdem noch frühzeitig und lernt dann, dass Darmstadt zur Rushhour so ziemlich das Letzte ist, was man kennenlernen möchte; und schließlich angenommen, man fegt nach eindreiviertel Stunden endlich mit überhöhter Geschwindigkeit und laut schreiend in den hintersten Odenwaldwinkel und wird gleich am Ortseingang von einem Sackgassen-Schild begrüßt – dann, meine Lieben, muss ein Plätzchen-Backkurs schon verdammt gut sein! Weiterlesen

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Gnade vor Plätzchen

Adventszeit, staade Zeit, besinnliche Zeit – nur in meiner Küche wird mal wieder geflucht. Von wegen besinnliches Weihnachtsbacken. Stattdessen Ärger in Wellen und Teige zum an die Wand klatschen. Der Ehegatte, der versucht, beruhigend auf die Bäckerin einzuwirken, spart sich seine tröstenden Worte bald wieder. Er kommt nicht an gegen gereizte Nerven. Weiterlesen

The Egg That Wasn’t There

Seit geraumer Zeit entwickelt sich ein hübscher neuer Brauch: Gemeinsam mit M. und K. arbeiten wir uns durch die Filmografie der Coen-Brüder. Erst gibt es etwas zu essen, dann einen Film. Passende Accessoires und angedeutete Verkleidungen inklusive. Dass auch das Essen irgendwie mit dem Film zu tun hat, ist bislang noch kein Gesetz dabei. Aber für „The Man Who Wasn’t There“ wollte ich doch irgendetwas in Richtung USA/50er Jahre kochen. Und backen.

Pumpkin Pie zum Nachtisch dachte ich – das könnte doch was sein. Weiterlesen

Aus Fanpost mach Fan-Post

Ein Fan! Ich habe einen Fan.

Die Zahl meiner konstanten Leser ist ja recht überschaubar, was mich gar nicht weiter stört – aber gefreut habe ich mich dann doch, dass mir C. eine Nachricht geschrieben  und sich erkundigt hat, ob alles in Ordnung ist. Weil es länger keinen Kuchen gab. Weil ihr die Kuchen-Inspiration gefehlt hat. Und weil sie ein großer Fan sei. Weiterlesen

Relativitäts-Praxis

„Bald ist Niko-la-haus-Aa-bend daaaa…“ – Der Ehemann sagt ja immer, der Begriff „bald“ sei relativ und summt diese Zeilen manchmal schon deutlich früher als im Oktober. Aber jetzt muss man ja mal feststellen: In ziemlich genau acht Wochen beginnt die Adventszeit. Und ich bin dieses Jahr bestens darauf vorbereitet. Weil ich eine Art Probelauf mit dreierlei Cookies und Keksen hinter mir habe. Nicht als Probelauf geplant zwar, aber durchaus erfolgreich. Das beste daran: Ein Großteil der übrig gebliebenen Zutaten vom vergangenen Jahr ist jetzt auch endlich weg.

Darunter unter anderem ein Plätzchenteig, der dermaßen überdimensioniert war, dass ich 2016 nur die Hälfte davon verbacken und die andere eingefroren hatte. Fast ein Jahr lang ist mir der eingeschweißte Klumpen jetzt immer wieder entgegen gekommen, wann immer ich das Gefrierfach geöffnet habe. Weiterlesen

Wahl-Wochenende

Briefwahl – zwei Kreuzchen gemacht – Check. Deutlich schwieriger als das war die Entscheidung, was dieses Wochenende gebacken wird. Ganz nach dem Motto Erst- und Zweitstimme sind es da dann auch zwei Kuchen geworden. Um ganz genau zu sein, eigentlich drei: Die Tarte mit Zwetschgen war schon gesetzt. Listenplatz quasi. Weil die Entscheidung zwischen Mohn- und Käsekuchen aber nicht so einfach zu treffen war, hab ich einfach beides zusammengepackt. Also neue Partei gegründet. Weiterlesen

Keks-Fango

„Na, wie geht’s dir?“ hatte H. am Telefon gefragt. „Oach ja…,“ hatte ich geantwortet. „Stress…“ Und mich noch in der gleichen Sekunde darüber geärgert. Stress! Was für eine dämliche Antwort . Natürlich habe ich zurzeit viel zu tun. Natürlich, im Herbst ist immer viel zu tun. Aber dieses Seufzen und Jammern – das will doch keiner hören! Will ich nicht von anderen hören. Wollen die nicht von mir. Stress! Meine Güte, ist ja nicht so, dass ich keine Freizeit mehr hätte. Völlig zurecht hat H. auf diesen Aussetzer entgegnet: „Aber du hast doch so ein schönes Hobby, das muss doch für Entspannung sorgen…!?“ Womit er natürlich absolut recht hat. Weiterlesen