Mohn(d)süchtig

„Hallo, ihr Mohn-Liebenden!“ begrüßte uns der Verkäufer auf dem Wiener Naschmarkt. Er war gerade Ohrenzeuge eines Kurzdialogs zwischen dem Gatten und mir geworden, in dem wir uns gegenseitig unsere große Liebe zu Mohn bestätigt hatten. Leise, damit uns der nette Mann hinter der Theke nicht hört,  und zwischen den Zeilen hatte ich allerdings versucht, zum Ausdruck zu bringen, dass  ich Zweifel hegte: Die vor uns liegenden sogenannten Mohnzelten wirkten auf mich ein wenig trocken und hart.

Und außerdem hatte ich keine Zahnseide in der Tasche. Weiterlesen

Launige Viecherei

Wieder mal eines von diesen Projekten: Gesehen im Netz und tagelang nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Muss ich nachmachen. Wo gibt’s diese Mini-Waffelhörnchen? Gar nicht so einfach, sie in einer haushaltsverträglichen Menge unterhalb des professionellen Caterings zu bekommen. (Ich kann mindestens noch zweimal eine Lage Hörnchen befüllen…) Hörnchen bestellt und endlich angekommen – aber vor dem Urlaub keine Zeit mehr, sie zu Cake Pops zu machen. Immerhin noch so viel Spielraum, um allerlei Deko, Schokoladen und Schokolinsen zu kaufen. Weggefahren. Weiterlesen

Leichte Nudel

Wir hätten es natürlich wissen können, dass es die legendären Buchteln der Frau Hawelka im gleichnamigen legendären Kaffeehaus in Wien erst am späteren Abend gibt – steht ja überall, wo über das Hawelka geschrieben wird. Außerdem erinnerte sich der liebe Mann auch daran, dass er sie in jungen Jahren dort auch erst zu später Stunde   bekommen hatte. Von Frau Hawelka persönlich durch die Stube getragen und angeboten. Aber ein Regenschauer hatte uns schon etwas früher in die Dorotheergasse getrieben. Und dann gab’s halt noch keine Buchteln, sondern nur Topfenstrudel.  Weiterlesen

Vorösterliches Hefe-Bekenntnis

Erinnert sich eigentlich noch jemand an Ostern? Ist für mich gefühlt irgendwie schon sehr weit weg. Aber das mag vielleicht einfach an der äußerst schmerzhaften Infektion liegen, die mich pünktlich in der Nacht zum Fest niedergeworfen hat, und die mich erst Ende der Osterwoche quasi hat auferstehen lassen. Ha! Voll so die Oster-Metapher!

Wenngleich ich mich hier natürlich in keinem Fall mit irgendwelchen Heiligen (Was ist eigentlich der Plural von Heiland? Heiländer) vergleich möchte. Im Gegenteil: Während ich mir bei etwas mehr eigenem Willen zum Glauben durchaus einreden könnte, es handele sich um eine Art Wunder, dass mir Hefeteig keine Probleme mehr bereitet, sage ich mir doch lieber: Das Nachforschen, das Lernen und die Übung haben’s bewirkt. Weiterlesen

Rot ist der Keks

Wer auch immer auf die Idee von Red-Velvet-Backwaren gekommen ist – ich huldige ihm! Red Velvet finde ich einfach wunderschön. Ich weiß: Viele mögen gefärbten Teig überhaupt nicht und haben Skrupel, reinzubeißen. Aber mir macht das gar nichts! Und ich färbe ja noch nicht mal natürlich, sondern verwende ganz schnöde Lebensmittelfarbe. Lebensmittelfarbe find‘ ich auch super! Mit Roter Rübe hätte ich diese Cookies bestimmt nicht so leuchtend hinbekommen. Weiterlesen

Kinderkram

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Vor geraumer Weile hat mich Annik von Kinderwahnsinn gefragt, ob ich Lust hätte, einen Gastbeitrag für ihren Blog zu schreiben. Ich hatte ihr erzählt, dass ich ja gern für all die Eltern da draußen backen würde, die selbst keine Lust oder kein Talent dafür haben, aber trotzdem dauernd irgendwo irgendwas abliefern müssen. Und für die es darum in erster Linie schnell und einfach gehen muss.

Was mir dazu eingefallen ist? Gibt es heute hier und natürlich auf Kinderwahnsinn.com.

Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich schon bald meine Zweifel bekam: Will ich wirklich und wahrhaftig für all die Eltern da draußen backen, die keine Lust oder kein Talent haben? Wahrscheinlich eher nicht…

Warum? Weil Kuchen, den Kinder mögen, nicht gerade meinen Ansprüchen genügt. Kinder, so ergab jedenfalls meine Feldforschung, wollen es schlicht und bunt. Mit bunt könnte ich ja leben. Aber schlicht fällt mir wirklich schwer. Weiterlesen

Mogelpackung

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Es lässt sich nicht bestreiten: Verpackungspsychologie wirkt bei mir. Fast wie klassische Konditionierung: Reiz – und Zack.

Aber darf ich damit rechtfertigen, dass ich trotz grundsätzlicher Ablehnung gegenüber Backmischungen doch relativ oft welche verarbeite? Kann ich mich damit verteidigen, dass ich die Dinger ja nicht bewusst erwerbe, sondern sie immer irgendwie „von alleine“ ins Haus kommen? Als Geschenk zum Beispiel oder als Teil der Abo-Box von Foodist? Ist es eine Entschuldigung, dass ich beim Anblick von in Weckflaschen abgefüllter Mehl-Kakao-Mischung nicht mehr darüber nachdenke, ob das unter meiner Würde ist? Oder dass der Begriff „gooey“ im Zusammenhang mit Brownies bei mir ähnlichen Speichelfluss auslöst wie das Glöckchen beim pawlowschen Hund? Weiterlesen

Abnehmende Abnehmer

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Zum Jahresanfang häufen sich in meinem sozialen Umfeld die Aussagen à la „Ich will im Januar nichts Süßes essen“ oder „Ich muss mal bisschen Pause einlegen“. Das hat mich kurzfristig ein wenigs aus dem Konzept gebracht, hatte ich doch zum Zeitpunkt dieser Aussagen bereits die erste Apfel-Pie gebacken und überhaupt gar keinen Gedanken an Pausen verschwendet.

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Wie auch. Das Gefrierfach war voll: Eingefrorener Pie-Teig, eingefrorene Apfelspalten. Wie jedes Jahr sind auch viel zu viele Nüsse, Mandeln und Schokolade von der Weihnachtsbäckerei übrig – das muss doch alles raus! Bis Februar kann ich damit nicht warten. Schließlich droht dann mit der nahenden Fastenzeit schon der nächste Abnehmerstreik. Weiterlesen