Väterchen Kirsch

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Nach Plätzchen und Geschenken aus der Küche ist mein Backjahr meistens beendet. Die Feiertage verbringe ich in der Regel in den Haushalten anderer Leute. Und wenn ich dort selbst tätig zu werden habe, dann will normalerweise keiner Kuchen von mir.

Nun sprach das alte Väterchen aber in diesem Jahr zu mir, nachdem es ein paar Tortenbilder gesehen hatte: „Vielleicht machst du mir ja mal eine Schwarzwälder-Kirsch-Torte. Das ist nämlich meine Lieblingstorte!“ Weiterlesen

Oreo et laboreo

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Also das mit dem Bohren war dann vielleicht doch nicht so gut für meine noch etwas angeschlagene Hand: Einen Tag später kamen die Schmerzen und die Recherche ergab, dass ich bis zu dem Zeitpunkt besser nichts Schwereres  gehalten hätte, als einen Kaffeebecher. Der Druck, den man auf die Hand ausübt, wenn man 25 Löcher in eine Schachtel bohrt, liegt da wohl knapp drüber.

Schonen war trotzdem schwer, weil die nächste Produktion bereits im Gange war: Weiterlesen

Teufelspakt, mit Schokolade gezeichnet

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Volumen verringern: Immer zum Jahreswechsel drängt sich mir dieses Gefühl auf, ausmisten zu müssen. Zu viel Deko, zu viele Klamotten, zu viel von allem. Meist kommen mir diese Gedanken allerdings, wenn ich feiertagsbedingt gar nicht zu Hause bin. Sobald der Urlaub vorbei ist und ich wieder in meiner gewohnten Umgebung bin, ist das Gefühl meist nahezu verschwunden. Dieses Jahr hat es gerade noch gereicht, um ein paar nie verwendete Bambusschüsseln und eine Plätzchendose zu entsorgen, deren Deckel immer von selbst aufsprang.

Auf das Volumen wirkt sich das natürlich kaum aus, zumal durch Weihnachten auch Neues dazukommt. Wunderbare Sachen waren das dieses Jahr, darunter ein Patisserie-Set, mit dessen Hilfe Tortenböden in viele perfekte und gleichmäßige Schichten geschnitten werden können. Um dann wieder zusammengesetzt zu werden. Mit deutlich mehr Volumen.

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Als Grundlage für den ersten Test diente Roy Fares Rezept für „Devil’s chocolate food cake“. Und das ist ein wahrhaft teuflisches Ding: Schokolade satt. Im Teig Kakao, in  Mousse-Füllung und Schokobuttercrème um die 400 Gramm dunkle Schokolade – eine diabolische Köstlichkeit. Weiterlesen

Happy Desaster

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Was für eine Niederlage. Und was für ein Segen für alle.  Überhäufen werden sie mich mit Dank und Erleichterung. Wut, Ärger und Enttäuschung wird das aber nur bedingt lindern.

Ich will vorausschicken, dass ein gewisser Hang zur Sturheit durchaus angelegt ist in meiner Familie. Wenn wir uns etwas in den Kopf gesetzt haben, dann wollen wir es durchziehen. Und ich hatte mir nun mal in den Kopf gesetzt, mir meine Geburtstagstorte zu backen. Seit Wochen habe ich generalstabsmäßig daran gearbeitet. Alles hatte ich im Griff. Nur nicht das Wetter.

Dazu muss man auch wissen, dass es für mich schon als Kind nichts Tolleres gab, als mir zum Geburtstag eine Crèmetorte zu wünschen. Meine Mutter und Lehrmeisterin in Sachen Backen erfüllte mir diesen Wunsch – zähneknirschend und nicht ohne es mit sinnvollen Argumenten zu versuchen: Schokoladentorte schön und gut, aber es sei doch Juli und Sommer und überhaupt, vielleicht doch lieber was mit Obst…? Der Kompromiss sah meist so aus, dass am Ende beides auf dem Tisch stand, Obstkuchen für alle und Schokotorte für die Hardcore-Schleckermäulchen. Also mich. Weiterlesen

Gib Gummi

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Es war ja sowieso an der Zeit, mal wieder das Fischmesser rauszuholen… Dabei hatte ich eigentlich geplant, eine Tarte zu backen. Gabs schon lange nicht mehr. Irgendwas mit Obst. Aber dann hat der Herr Doktor – die Idee lag auch durchaus nahe – plötzlich eine Torte in Reifenform ins Spiel gebracht. Und schon in der Sekunde, in der ich „Ja genau, pfff, haha…“ sagte, wusste ich, dass ich’s ausprobieren will.

Wenige Stunden später waren Bilder im Netz recherchiert, die Fondantvorräte überprüft, das Fischmesser zum Modellieren rausgesucht.

Aber ach, das Modellieren. Ich meine mich zu erinnern, dass ich meine geringen Fähigkeiten zu formen schon erwähnt habe. Mein einzig wirklich gelungenes Werk in der Hinsicht war mal ein getöpferter Hase, der aber auch nur so super aussah, weil die Werklehrerin über dieses eine 11-jährige Mädchen unter den fünfzehn 11-jährigen Buben so glücklich war, dass sie alle Handgriffe immer an meinen Werkstücken vormachte. Den Hasenkopf hat sie echt gut hingekriegt.

Und jetzt also Motivtorte Reifen. Weiterlesen

Fondants Tod

War’s das dann schon? Gerade erst begonnen mit Üben und Bloggen kam heute Morgen die traurige Nachricht: Das Projekt Torte muss gestoppt werden. Warum? Wird die Hochzeit abgesagt? Oder werden die Brautleute von einem Konditor erpresst? Weder noch. Es ist vielmehr so, dass die Betreiber der Location keine Amateur-Torten zulassen. Sie wollen nicht, dass ich der ganzen Gesellschaft Salmonellen einbacke. Komisch, dabei hab ich noch nie ein Rezept mit Salmonellen gesehen. Weiß gar nicht, wo ich die überhaupt bekommen hätte. Bei Amazon?

SchokoundTarte

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Modellbau

„Hattest du Geburtstag? – Oder übste mit Fondant?“

Da hat die Kollegin schnell geschaltet als ich die zweite Probetorte in die Kaffeeküche getragen habe. Und gleich entspann sich ein kennerhafter Dialog über Unebenheiten, Risse, die Dicke von Fondant und kleine Mistblagen (Nicht meine Worte…), die die teure Geburtstagstorte vom Konditor nicht anrühren, weil das Zuckerzeug oben drauf sie so anwidert. „Statt dass sie es abmachen!“

Biskuit_fertigMeine Kollegen haben es abgemacht, vermute ich zumindest. Wahrscheinlich haben sie Teile des rosa Schweinchenüberzugs (Ich wollte die Reste vom ersten Mal nicht wegwerfen und beim Zusammenkneten kam dieser apart abstoßende Ton raus.) erst zurück am Schreibtisch in den Müll befördert. Auf der fast schon geleerten Kuchenplatte habe ich jedenfalls erst spät einige abgekratzte, eingetrocknete Fondant-Blätter gefunden. Meinen ersten Versuch einer Rose habe ich dann gleich selbst entfernt. Weiterlesen

Wie es beginnt

Seit drei Wochen essen wir Torte. Mit Fondant eingedeckte Torte. Keiner mag Fondant. Aber darauf kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen. Ich muss üben.

Bei einem Feierabendgetränk wurde ich gefragt, ob ich eine Hochzeitstorte backen würde. Also eigentlich wurde ich nicht gefragt. Es war mehr so ein Erzählen, dass man überlegt habe, mich aber auch gar nicht fragen wolle, weil das sei ja auch viel zu viel verlangt und trotzdem wäre es irgendwie ganz schön, weil man wolle ja gar keine klassische Hochzeitstorte vom Konditor, die möge man ja auch gar nicht, aber in der „Lecker Bakery“, da sei so eine, die könne man vielleicht nachbachen, also nicht man, sondern irgendwer…

Ich war geehrt. Und panisch.

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