No Star ist born

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Das mit den Plätzchen, das ist einfach nicht mein Ding. Die diesjährige Produktion ist abgeschlossen, fünf Sorten sind ja auch nicht so schlecht. Aber mehr werden es definitiv nicht werden.

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Dabei muss ich zugegeben, dass ich immerhin stolz auf meine Zimtsterne bin: Viele Jahre lang hat mich der Gatte ausdrücklich aufgefordert, ihm doch mal Zimtsterne zu backen; viele Jahre lang habe ich das einfach abgelehnt. Begründung: Zu schwierig, klappt eh nicht.

Diese Erkenntnis war natürlich nicht meine eigene, sondern eine von Muttern ungeprüft nachgeplapperte. Ich hatte allerdings auch nie Grund, daran zu zweifeln. Schließlich war meine Mutter die Plätzchenbäckerin schlechthin. Ihr legendärster Jahrgang irgendwann Ende der Achtziger umfasste gnadenlose 26 Sorten. Nachbarn, Freunde, nähere und entferntere Bekannte standen Schlange, um nur ja ihre Tüte abzubekommen. Muss es da verwundern, dass Plätzchen backen durchaus schon immer einen gewissen Druck für mich bedeutet hat?

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Viele Jahre habe ich den ganz gut verkraftet und mich sogar mit Spaß der Herausforderung gestellt. Ich habe früh im November („Die Produktion muss am 1. Advent abgeschlossen sein!“) Rezepte gewälzt, Einkaufslisten geschrieben, irgendwann sogar mittels Excel benötigte Buttermengen, Mehl- und Zuckerkilos errechnet, Backpläne erstellt und schließlich Blech um Blech aus dem Ofen geholt. Angesichts meiner recht großen Küche heute frage ich mich gelegentlich, wie ich das eigentlich zu Zeiten eines Ein-Zimmer-Appartements gemacht habe.

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Aber um ganz ehrlich zu sein: Irgendwann ist aus dem Spaß mehr so etwas wie Pflicht geworden. Ich freue mich natürlich, dass das mit den Zimtsternen tatsächlich nicht ganz einfach, aber absolut lösbar war; dass sich auch heute Freunde und Kollegen mit Begeisterung über die Plätzchen beugen; dass ich dem Gatten auch noch Schokobrot nach dem Rezept seiner Mutter gebacken habe. Aber irgenwie hatte ich auch dieses Jahr wieder schnell die Nase voll.

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Das endgültige Ende der Produktion bildete ein Rezept aus einem sehr professionell daherkommenden Plätzchenbuch, das von hinten bis vorne nicht funktioniert hat: Der Mürbteigboden für die Unterseite war so weich, dass ich ihn in einen Gefrierbeutel stecken musste, darin plattgewalzt habe und schließlich erst einmal eingefroren. Nur so war es überhaupt möglich, Kreise auszustechen.

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Die sind dann im Ofen einfach hin- und hergeschwommen und haben erstaunlich unterschiedliche Formen angenommen, dafür, dass sie alle mit demselben Ausstecher hergestellt wurden.

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Die Oberseite wiederum sollten Rosetten aus einer makronenartigen Masse bilden. Die kam so fest daher, dass sie kaum in den Spritzbeutel ging. Und als die mühsam ausgepressten Rosetten schließlich Hitze bekamen, liefen sie, ruckzuck, zu großen Flatschen auseinander. Kurz war ich versucht, alles gleich in den Eimer zu befördern. Dann hat der Ehrgeiz ein letztes Mal gesiegt und ich habe Kreise aus den noch warmen Fladen ausgestochen.

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Danach war aber wirklich Ende. Im Gefrierfach lagern noch vier Stück Butter, der dieses Jahr völlig planlos eingekaufte Vorrat an gemahlenen Mandeln und Haselnüssen wird in den kommenden Monaten schon Verwendung finden. Es war schon nicht ganz verkehrt, als ich im Herbst den Gedanken hatte,  nur noch einzelne, dafür aber gaaanz große Kekse zu backen!

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3 Gedanken zu “No Star ist born

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