Who’s the boss?

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„Well, it’s all about practice“, sagte er. Dann zog er sein Smartphone aus der Tasche und zeigte mir das Foto von einer etwa zwei Meter langen und ziemlich hohen Torte in Form eines grünen Drachens. Echtes Feuer speiend und mit den Flügeln schlagend.

Fremden gegenüber bin ich in der Regel erst einmal ein wenig abwartend. Aber dieses Mal war alles anders: Dank eines Pressetermins durfte ich einen Abend mit „Cake Boss“ Buddy Valastro aus der gleichnamigen TLC-Show verbringen. Und der Mann ist dermaßen sympathisch und nett – dass auch ich schon bald mein Smartphone gezückt und ihm ein paar meiner wenigen Tortenversuche gezeigt habe.

Zuvor hatte ich das  Gespräch geschickt auf die Rosen aus Buttercrème gelenkt, die mich in der TV-Show immer so fasziniert hatten. An sich hat die Sendung ja nicht viel mit Backen zu tun. Irgendein Kunde bestellt eine ausgefallene Torte und Buddys Leute stapeln Biskuitböden aufeinander, spachteln Buttercrème rein und modellieren, was zu modellieren ist.

Aber diese aufgespritzen Rosen, die hatten es mir angetan. Auf Nachfrage versicherte mir Buddy, er könnte sich auch aus dem Spritzbeutel drücken, würde man ihn nachts um zwei aus dem Bett klingeln.

Ich werde das mit den Rosen wahrscheinlich nie  selbst versuchen. Aber mit einem Blick auf meine Schokotorte meinte er sinngemäß: „Also, die Ansätze sind nicht schlecht. Deine Torte hat eine gleimäßige Höhe, die Verziehrung ist gerade…“ Dann lief das verbal irgendwie so aus. Trotzdem bin ich gewillt, es einfach mal nicht als pure Höflichkeit, sondern echtes Lob zu werten. Dass er mir dann den Rat gab, weiterzuüben, und mir seinen Mega-Drachen zeigte – es war ihm vergönnt.

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Ich wiederum fuhr nach Hause und bestellte mir eines seiner Backbücher.

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Und war gleich sehr angetan. Obwohl: Schön im eigentlichen Sinn  ist es nicht. Jedenfalls nicht so schön wie andere Backbücher, die ich in den vergangenen Jahren gekauft habe. Vorne bunt und innen, naja, irgendwie praktisch.

Aber gut praktisch. Das Teil ist von vorn bis hinten das Buch eines Bäckers, der sein Handwerk gelernt hat und uns Ungelernte dabei unterstützen möchte, es ihm gleichzutun. Entsprechend ist es aufgebaut von „Fang mit einfachen Dingen an und mach erst mal ein paar Cookies“ über „Jetzt kannst du schon ein bisschen mutiger werden und Buttercrème auf Cupckes spritzen“ bis „Hau die Torte mit Fondant raus“.

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Weil ich natürlich der Meinung war, nicht ganz bei Null starten zu müssen – Jaja, Cookies, üben, schon klar! – und beim ersten Blättern über mein geliebtes Thema „Pies“ stolperte, wollte ich mit Apple Pie beginnen. Und ein paar Chocolate Brownie Chunks so  nebenher machen. Doppelproduktion quasi. Weil i-hich muss ja wohl nicht mit Cookies üben!

Prompt sind die natürlich nicht so geworden, wie ich mir das dachte.

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Zumindest nicht so, wie sie abgebildet waren. Buddys Chunks sind höher, glatter und bestimmt zerbrechen sie einem nicht einfach in den Fingern.

Aber Geschmack 1A. Wie Schokobaiser mit Walnüssen.

Womit ich aber so richtig glücklich wurde, das war die Apple Pie.

img_2109Der Teig knusprig und aufgegangen. (Statt des amerikanischen Shortenings habe ich Palmin verwendet.) Die Äpfel zimtig und süß. Kaum durchgeweicht.

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Außerdem ist es mir mit diesem Teig endlich gelungen, mal so ein neumodisches Gitter mit verschieden breiten Streifen und sogar einem geschwungenen zu legen.

Der Zopf aus drei Strängen folgt dann beim nächsten Mal. It’s all about practice.

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Ein Gedanke zu “Who’s the boss?

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